Käfigbau
   
   
 

1. Vorgedanken

Aus Erfahrung mit dem alten Käfig, haben wir gelernt, wie wichtig es ist, dass er aus Material ist, das den Deguzähnen wiederstehen kann. Außerdem war der alte Käfig mit der vergitterten Tür ohne Spritzschutz keine Gute Idee, weil die ganze Einstreu ständig herausgetreten wurde und die Käfiggitter des aufgesetzten Vogelkäfigs waren für die Degus ideal um lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Am Anfang lustig, später total nervig!

Zunächst haben wir überlegt, ob man ein altes Aquarium zweckentfremden sollte und dann einen Käfigaufsatz oben darauf zu basteln. Schließlich haben wir uns aber doch für ein System aus Aluprofilen entschieden, die mit Steckecken zusammengesetzt werden können. Diese Aluprofile werden im Terrarienfachhandel angeboten und sind leider nicht billig. Dafür ist der Käfig nahezu unverwüstlich und sieht toll aus.

Der unterste Teil, 8 mm Boden und 6 mm Seitenwände bis 30 cm Höhe, wird verglast. Alte Schaufensterreste, vom Notverglaser nur einfach geschnitten, reichen dafür aus. Die Scheiben sollen in ein Bett aus Silikon eingesetzt werden und dieser Silikonspalt soll möglichst schmal werden. Durch den Glasboden verspreche ich mir ein gute Reinigungsmöglichkeit bei Urinverschmutzung und keine Einstreu mehr vor dem Käfig.

Die Faustregel, dass die Höhe der Glaswanne nicht größer sein darf als die kürzeste Kante der Grundfläche wird auch beachtet. Dies dient dem notwendigen Gasaustausch, da die Exkremente der Tiere mit ihren Ausdünstungen die Atemwege reizen können und ausgeatmetes CO2 sich am Boden sammeln könnte.

 

2. Entwurf und Planung

Hier die Rohskizze mit Maßen. Farbige Linien symbolisieren dabei die unterschiedlichen Aluprofile. Das erleichtert die Planung und die Berechnung der benötigten Längen.

Folgende Steckverbinder werden benötigt:

Unten noch ein paar Überlegungen zum richtigen Drehpunkt für die Türscharniere, da der geplante Türspalt ja mit ca. 3 mm recht schmal ausfällt. Hier kommen entweder richtige Scharniere in Frage oder Drehzapfen, die verdeckt oben und unten in Rahmen und Tür angebracht werden könnten.
Die Drehzapfen sind sicherlich eleganter, weil unsichtbar. Ein Aushängen der Tür wäre dann aber immer mit einer Teilzerlegung des Käfigs verbunden und ein kleiner Teil des Türblattes schwenkt in den Innenraum. Das könnte Probleme mit den Zwischenböden machen. Darum fiel die Wahl auf kleine Scharniere.

Als Gitter konnte ich bei den Dorstener Drahtwerken ein Reststück aus Edelstahlschweißgitter von 16 mm Maschenweite und 1,2 mm Drahtstärke bekommen. Die 6 laufenden Meter in 120 cm Breite schlagen allerdings auch schon wieder mit 154,38 Euro zu Buche. Hier gehts bestimmt auch mit verzinktem Draht, der war leider aber nicht in 120 cm Breite zu bekommen. Der Baumarkt führt hier meist nur 50 oder 100 cm breite Ware. Dazu hätte man das Käfigoberteil natürlich verkleinern können, aber die Aluprofile in 115 cm waren zu dem Zeitpunkt schon bestellt. Nun ja Edelstahl ist ja auch rostfrei und wertbeständig und sieht glänzend aus...

Befestigt wird das Gittert mit 4 mm Blindnieten, die von hinten mit 20 mm Karosseriescheiben den Draht halten sollen. Blindnieten habe ich im Internet für 15,69 Euro á 1000 Stück bestellt. Karosseriescheiben gabs im Baumarkt 50 Stück zu 2,79 Euro.

Alte Schaufensterreste beim Notverglaser bilden später die Verglasung und schlugen mit 20 Euro zu Buche ohne Schliff versteht sich, nur auf Maß zugeschnitten.

Die Alu-Profilrohre und die Steckverbinder schlugen mit 330,40 Euro zu Buche. Für den Preis sogar auf genaues Maß zugeschnitten.

Die Gesamtkosten für die Materialien beliefen sich auf genau 602,12 Euro incl. aller Kleinteile, den 2 Spielzeugen und Silikon zum verkleben der Scheiben.

 

3. Der Rohbau des Käfigs

Nach 9 Tagen Warterei sind die Aluleisten endlich eingetroffen. Schön auf Maß zugeschnitten und mit den zugehörigen Eckverbindern, die wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte auch noch über Stahlrohreinlagen verfügen, damit es auch später nicht wackelt.

Doch mit dem Eintreffen des Materials begann auch gleich die insgesamt 15-stündige Rohbauphase. An allen Alurohren war zunächst ein Gehrungsschnitt von 45 Grad an den Stegen notwendig. Mitbestellt hätte es pro Schnitt 0,30 Euro gekostet!

Danach konnte mit dem Zusammenstecken der Elemente begonnen werden. Zunächst wurde der untere Rahmen zusammengebaut. Auf die Füße wurde dabei erst einmal verzichtet. Die kommen später dran.

Mit dem Aufsetzen des Zwischenrahmens wird dann auch gleich der Unterteil fertiggestellt, der später mit Glasscheiben verschlossen wird. Hier nicht zu sehen: Alle waagerechten Rahmen wurden innen mit Blindnieten gesichert, indem durch das Rohr bis in die Stahlverstärkung der Eckstücke gebohrt wurde und eine Blindniete die Verbindung nun unlösbar festhält.

Danach folgen die langen Ecken des Käfigaufbaus, der später vergittert wird und der obere Abschlußrahmen.

Jetzt kann man schon die Abmessungen des Käfigs erahnen. Aber es fehlen noch die Türrahmen. Hier stehen sie schon mal vor dem Käfig:

Mit den Türrahmen haben wir auch das Bespannen mit dem Edelstahlschweißgitter begonnen. Da konnte man schon mal das Bohren der Löcher und den Umgang mit den Blindnieten üben. Um den richtigen Abstand der Löcher zu ermitteln, haben wir das vorgesehene Maschendrahtstück auf den Rahmen gelegt und dann mit Bleistift die Löcher markiert. Beim Bohren wurde eine Karosseriescheibe mit der Zange auf die Markierung gehalten und dann das Loch durch die Scheibe gebohrt. Auf diese Weise haben die Löcher den richtigen Abstand zum Rahmenrohr, damit die Karosseriescheibe auf der Innenseite später auch bündig mit dem Rahmenrohr abschließt und das Gitter richtig fixiert. So sieht die fertig bespannte Tür dann aus:

Hier sieht man die Innenseite. Die Karosseriescheiben sind deutlich zu sehen. Sie liegen am Rahmenrohr an.

So nun wird es Zeit für die Füße, denn der ganze Käfig soll ja etwas erhöht stehen, damit man darunter kehren und wischen kann. Das untere Ende der Beine bilden verstellbare Kunststofffüße, damit man den Käfig später auch auf unebenen Boden gerade aufstellen kann. Das ist alleine schon wegen den später eingeklebten Glasscheiben notwendig um Spannungen zu vermeiden.

Schon ganz schön groß was? Aber nun ging es mit Schwung an die Vergitterung des restlichen Käfigs. Dies geschah immer nach der Methode, die schon bei den Türen angewandt wurde. Hin und wieder mußten auch mal ein paar Maschen verbogen werden, damit es paßte. Auf dem Bild unten sieht man schon die Verschlußriegel und die Scharniere.

Die Riegelkörper wurden angeschraubt, (rechts und links am Stahlkern vorbei), die Gegenstücke angenietet. Die Türen haben oben und unten einen Anschlag aus Alu-T-Profil bekommen, den sieht man hier im Spalt. Die Tür ohne Riegel hat so einen Anschlag auch mittig bekommen, damit sie von der verschließbaren Tür festgehalten wird.

Hier sieht man ein Scharnier bei ganz geöffneter Tür. Die Scharniere wurden mit Blindnieten befestigt, deren Köpfe etwas abgefeilt wurden, damit sie sich gegenüberliegend nicht stören, weil sie sonst zu dick auftragen. Insgesamt war bei der Planung ein Spaltmaß von 1 cm für die drei Zwischenräume eingeplant worden. Wie sich jetzt herausstellte, reicht das so gerade aus. 12 mm wären besser gewesen.

Hier sieht man die bereits eingelegte und mit Silikon fixierte Bodenplatte aus 8 mm Schaufensterglas sowie den unteren Anschlag für die Türen.

Die Seitenscheiben wurden zunächst mit Streichölzern unterfangen, bis das Silikon hart war. Damit sollte erreicht werden, dass die Scheiben ringsum im Silikon schwimmen und nirgends Kontakt mit dem Rahmen haben. So wird eine Wärmeausdehnung der beiden unterschiedlichen Materialien hoffentlich kein Problem sein.

So nun ist der Rohbau fertig und der Käfig sieht nun so aus:

 

4. Die Einrichtung

Der nächste Tag. Das Silikon ist ausgehärtet und die Inneneinrichtung wird in Angriff genommen... (Hier noch mit den viel zu kleinen Laufflächen abgebildet. Optisch ganz nett aber für die Tiere zu wenig Platz.)

 

5. Spielzeuge

Noch zwei Spielzeuge, aber dann ist genug.

Ein Hochseilgarten ganz unter dem Dach in luftiger Höhe und ein kuscheliges Schlafgemach mit gutem Überblick nach allen Seiten, das mögen sie gerne!

Fertig zum Einzug der kleinen Racker. Den Film vom Einzug seht ihr auf der Seite Degus ganz unten. Dort ist auch ein Foto vom Käfig mit den größeren Zwischenböden.