Werkstatt
   
   
 

Ich möchte hier kurz meine Werkstatt und einige meiner wichtigsten Maschinen vorstellen.
Nicht um damit zu "protzen" sondern damit der Betrachter sich vorstellen kann, was sich in den Jahren angesammelt hat, die mein Vater schon gebastelt hat. So ungefähr seit 1957. Das meiste der wunderbaren Werkzeuge und Maschinen verdanke ich ihm und darüber bin ich wirklich sehr froh und dankbar. Leider war er aufgrund seines hohen Alters von über 90 Jahren nicht mehr in der Lage selber zu werkeln und hat dies alles vertrauensvoll in meine Hände gelegt. "Junge, mach was draus", hat er gesagt und ich werde versuchen ihm diesen Gefallen zu tun.

Danke, Papa!

 

 

Zu den Erinnerungen an die Arbeiten meines Vaters gehts hier entlang:

Albert Rausch, Herrgottschnitzer zu Lünen

Leider reicht der "Weitwinkel" bei dem kleinen Raum nicht aus um ihn komplett abzubilden. Da hätte ich wohl ein Fisheye-Objektiv benutzen müssen.
Man stelle sich einfach eine bessere "Besenkammer" von ungefähr 6,25 m² vor, indem eine ausgediente Einbauküche ihr Dasein fristet und damit das Grundmobiliar stellt.

Dieser Multifunktionstisch stammt aus der Werkstatt meines Vaters.

Er war dort ca. 50 Jahre im Einsatz bei seiner Schnitzerei. Die Arbeitsplatte ist aus 10 mm Stahl und besitzt Gewindelöcher für zahlreiche Zusatzgeräte, wie Schraubstöcke oder eine Drechseleinrichtung, die hier nicht abgebildet ist.

Außerdem trägt der Tisch oben eine elektrische Laubsäge und unter der Arbeitsplatte einen Vielzweckmotor mit Bohrfutter, der an eine Absauganlage von einer Schustermaschine angeschlossen ist. Schleifstaub wandert so zum großen Teil in einen Fangsack. Den sieht man hier unter dem Schrak liegen.

Ich nutze den Motor hauptsächlich zum Polieren und Schleifen, sowie zum Antrieb von biegsamen Wellen.

Ach ja und ich weiß das entspricht nicht den Arbeitsschutzbestimmungen, so ein offen laufendes Futter ohne Abdeckung... Also bitte nicht nachmachen...

Das ist mein kleiner Doppelschleifer. Ein amerikanisches Modell aus den 1960ern. Leider sind die Schleifscheiben ziemlich "fertig" und ich bekomme zur Zeit keine neuen in dem exotischen Maß von 115 x 12 mm.

Ich werde ihn wohl in naher Zukunft gegen ein größeres Gerät auswechseln müssen, mit dem dann auch sinnvoll Werkzeuge für meine Maschinen geschliffen werden können.

Oder ich bastel einen Vorsatztisch für den oben beschriebenen Multifunktionsmotor, dass müßte auch gehen, wenn man den mit einer Topfscheibe ausrüstet. Hmm, mal sehen...

Meine Bohr-/Fräsmaschine, eine Optimum F 20 mit Drehstrommotor, habe ich mit einem Frequenzumformer ausgerüstet und zunächst die originale Anschlußdose entfernt. Dafür habe ich eine kleine Kunststoff-Box mit dem Steuerpoti für den Fu sowie einen Schalter für Vorwärts- und Rückwärtslauf angebaut. Zusammen mit dem 2-stufigen Riemengetriebe sind nun bei einer Fu Frequenz von 0 bis max. 75 Hz bereits Drehzahlen von 0-3000 U/min nutzbar.
Für die Maschine mit MK 3 Werkzeugaufnahme besitze ich einen Planfräser, einen Ausbohrkopf, ein Spannzangenfutter mit Spannzangen von 3-20 mm und das hier montierte Bohrfutter. Ein Satz Spannpratzen ist obligatorisch.

Eins der wichtigsten Zusatzgeräte für die Fräse ist mein Vertex.
Meine Ausführung hat 150 mm Tisch-Durchmesser und ich habe zur schnellen Befestigung von runden Teilen ein 150er Drehbankfutter dazubestellt, welches gleich die Befestigungsschrauben und die T-Nuten-Steine dabei hatte.
Ein Satz Wechselbacken für Innen- und Außenspannung waren dabei.

Jetzt fehlt mir nur noch ein ordentlicher Niederzug- Schraubstock und ich fühle mich auch hier fast komplett.

Zwei Drehbänke sind ebenfalls vorhanden. Genau wie die Fräse sind beide als gebrauchte Geräte zu mir gekommen.
Die kleine Emco Unimat habe ich mit zahlreichem Zubehör von meinem Vater bekommen. Leider war der Motor defekt. Ich habe ihn gegen einen kleinen Drehstrommotor ebenfalls mit einem Fu ersetzt. Jetzt kann man auch hier die Drehzahlen stufenlos einstellen.
Die Myford ML 10, Spitzenweite 330 mm, Spitzenhöhe 83 mm, habe ich gebraucht mit reichlich Zubehör ersteigert.
Sie besitzt einen 2-Gang-Motor für 220 Volt. Damit lassen sich in 12 Getriebestufen (incl. Untersetzung) Drehzahlen von 34 - 1240 U/min einstellen.
Dabei war das 125er-Futter, der Unterschrank, ein Höhensupport zum Fräsen, die Wechselräder für metrische und zöllige Gewinde, ein kleiner Maschinenschraubstock, zwei feste und eine drehbare Körnerspitze, Bohrfutter mit MK 2, sowie zahlreiche Drehmeißel und ein Schnellwechselhalter mit 4 Haltern. Dazu gab es noch eine Sägeeinrichtung mit Tisch für das Maschinenbett und eine feste Lünette.
Für alle Fälle habe ich ihr noch ein 150er 4-Backen-Futter mit einzeln verstellbaren Backen spendiert und ein Rändelwerkzeug.

Die letzten "Großgeräte" sind eine Kreissäge Marke INCA und eine Bandsäge von DeWalt.
Letztere muß nun immer herhalten, wenn Buntmetall vom Block abgeschnitten werden muß.

Beide Geräte sind ebenfalls von meinem Vater aus der Abteilung "Holz" übernommen worden und sind mit 220 Volt zufrieden.

Für die Kreissäge gibts natürlich reichlich Zubehör zum Nutenschneiden und Fräsen von Formleisten etc.

Sie kommt wahrscheinlich erst richtig zum Einsatz, wenn einmal Holzsockel für größere Dampfmaschinen anstehen...

Ein kleiner Selbstbau-Kompressor reicht für Airbrush-Arbeiten und den Probebetrieb von Dampfmaschinen unter Pressluft aus.

Der Membrankompressor aus den Anfängen der Heimwerkerei meines Vaters in den 1960er Jahren wurde mit einem Druckausgleichsventil an einen Druckbehälter angeschlossen und reicht für 4 Bar Arbeitsdruck.

Ein Druckminderer mit Feuchtigkeitsabscheider sorgt für Luft im entsprechenden Druckbereich.

Daneben sieht man noch eine der dazugehörenden Spritzpistolen für den Membrankompressor ohne Druckbehälter. Sie haben steten Luftdurchfluß und nur die Farbe wird per Abzug dazugemischt...

Zum Abschluß die Abteilung schweißen und löten:

Ein kleines Schutzgasschweißgerät mit Kohlensäureflasche habe ich vor 20 Jahren mal selber erworben um Karosseriearbeiten durchführen zu können. Damals habe ich zwei alte Oldtimer restauriert.

Darüber rollt sich ein Lötbrenner, ein dicker 150 Watt Elektrolötkolben und eine Lötpistole ins Versteck.

In dem Koffer verbirgt sich ein kleines "Oxikit" aus dem Baumarkt zum Hartlöten mit Sauerstoff und Gas aus der Dose.

Am unteren Bildrand verschwinden soeben 3 Scharmott-Ziegel, die ich zum Hartlöten unterlege.

 

 

Ich hoffe der Überblick über meine Maschinen und Werkzeuge war interessant... Sollte in nächster Zeit noch wichtiges hinzukommen wird weiter berichtet.